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Bilder bei Getty Images verkaufen - Erfahrungsbericht Teil II

flicrk-getty-logoNach einer langen Atempause in meinem Blog melde ich mich nun wieder zurück und möchte sogleich über ein Thema schreiben, auf das so manche schon gewartet haben dürften: Wie ist es bei mir mit Getty Images gelaufen, welche Eindrücke sind geblieben und wie wird es weiter gehen? Diese und mehr Fragen, möchte ich in diesem Artikel beantworten.

 

Am 03.07.2012 habe ich über meinen Flickr Account eine Einladung von Getty Images bekommen. Zehn Bilder aus meinem Fotostream wollte Getty gerne haben und auf ihrer Seite zum Verkauf anbieten. Natürlich freute ich mich über diese Einladung, schließlich ist es für jeden der viel und gerne fotografiert eine große Ehre, wenn die eigenen Bilder auf solch eine Art und Weise wertgeschätzt werden. So sieht so eine Einladung aus:

 

getty-flickr

 

Nachdem ich die Einladung annahm, verfasste ich natürlich auch einen Artikel über meine ersten Eindrücke und Erfahrungen, all das könnt ihr im ersten Teil "Bilder bei Getty Images verkaufen - Erfahrungsbericht Teil I" nachlesen. Hier soll es nun - mehr als ein Jahr später - aber darum gehen wie ich das "Flickr <> Getty Images" Programm erlebt habe, ob und wieviele Verkäufe es gab und ob ich es Anderen, welche auch eine Einladung via Flickr bekommen haben, weiterempfehlen kann.

Ich will es kurz machen: Ich habe die Kündigung meines Accounts bei Getty bereits beantragt, nach einer Laufzeit von insgesamt zwei Jahren wird diese dann ausgeführt. Die Gründe für mich waren vielschichtig und können sicherlich nicht 1:1 auf andere Fotografen übertragen werden.

 

Welche Gründe hatte ich, meinen Getty Account zu kündigen?

 

Die Art und Weise, wie man weitere Bilder zu Getty Images bekommt

 

Der erste Punkt ist für mich zugleich auch der ausschlagebendste gewesen meinen Account zu kündigen. Als ich von Flickr als Getty Contributor eingeladen wurde, wurden zugleich auch 10 Bilder aus meinem Fotostream ausgewählt, welche Getty gerne haben wollte. So weit so gut, doch nach Upload dieser Bilder gestaltet sich das Hochladen weiterer Bilder als Geduldsprobe. Als Fotograf im Flickr Programm kann man Getty nämlich nicht direkt Bilder anbieten, sondern muss warten und hoffen, dass irgendwann wieder einmal ein Editor von Getty im eigenen Fotostream vorbeischaut und weitere Bilder auswählt.
Das passiert nach meiner Erfahrung nicht alle paar Tage, sondern eher alle paar Wochen bzw. Monate. Mich persönlich hat das in gewissem Maße frustriert, denn wenn man schon einen Fuß in der Tür von Getty Images hat, dann möchte man auch möglichst viele Bilder so schnell wie möglich im Verkaufsportal sehen, schließlich will man dann auch ein paar Bilder verkaufen.

 

Die Rosinenpicker

 

Wenn es dann mal ein Editor in den Fotostream geschafft hatte, dann war die Freude über die neu angeforderten Bilder meistens auch nicht besonders groß, denn Getty Images ist sehr wählerisch und sucht sich nur die allerbesten Bilder heraus. Gerade für einen Landschaftsfotografen ist es dann relativ schwierig, laufend neue Bilder zu liefern, denn man schießt als Landschaftsfotograf in der Regel nicht ein Hammerbild nach dem nächsten. Gute Bilder brauchen Zeit und gehen oft mit hohem Aufwand einher. Wenn man dann erlebt, dass alle paar Wochen nur ein paar Bilder ausgewählt werden, dann ist das nicht besonders motivierend.

 

Aufwand und Provision

 

Als ich im Juli 2012 die Einladung von Flickr bekam bei Getty mitzumachen, sammelte ich natürlich zuerst die wichtigsten Informationen. Schnell war klar, dass die Provision von 20% von Getty für Fotografen im Flickr Programm nicht besondern üppig ist. Für viele Fotografen ist alleine das schon Grund genug um nicht mitzumachen. Da ich meine eigenen Erfahrungen sammeln wollte machte ich trotzdem mit, kann aber nachblickend sagen, dass auch ich das Ganze mittlerweile sehr negativ sehe.
Wie weiter oben schon geschrieben, ist der Aufwand im Landschaftsbereich neue und gute Bilder zu erzeugen sehr hoch. Wenn zudem nur wenige Bilder innerhalb einiger Wochen ausgewählt werden und man weiß, dass man als Fotograf nur ein Fünftel des Verkaufspreises bekommt, kann das ziemlich demotivierend sein. Zudem hat man als Fotograf auch keinen Einfluss darauf, unter welchem Lizenzmodell die eigenen Bilder angeboten werden (also als Royalty Free oder Rights Managed - siehe erster Teil).

 

Die Exklusivität

 

Neben all diesen negativen Eindrücken kommt dann auch noch dazu, dass man die Bilder welche man bei Getty hochlädt, nur exklusiv zur Verfügung stellen darf. Das alleine wäre für mich nicht der ultimative Beinbruch gewesen. Mit dem oben genannten Auswahlverfahren, wo Bilder nur alle paar Wochen angefordert werden, ist es allerdings ziemlich schwierig neu gemachte Bilder bei anderen Agenturen anzubieten. Zumindest dann, wenn man sie am liebsten bei Getty sehen würde.
Beispiel: Man hat in Woche 1 fünf gute Bilder gemacht. Jetzt kann man entweder diese fünf Bilder Bei Agentur X anbieten (wo man weiß, dass sie auch genommen werden) oder in den Flickr Fotostream hochladen und warten bzw. hoffen, dass sie eventuell Getty nimmt. In der Zwischenzeit liegen die Bilder aber ungenutzt rum und wenn die Bilder von Getty auch noch nach Wochen oder Monaten nicht ausgewählt wurden, weiß man nicht, ob sie nicht ausgewählt wurden weil sie nicht gut genug sind, oder weil noch kein Getty Editor im eigenen Fotostream war.

 

 Fazit

 

Zu alldem muss ich sagen, dass ich nie besonders viele Bilder bei Getty hatte, es waren nie mehr als 10 gleichzeitig. Nach den vielen kritischen Stimmen die ich nach der Einladung von Getty in verschiedenen Foren gelesen habe, fühlte ich mich damit auch wohler, schließlich darf man während dieser Zeit die eigenen Bilder andernorts nicht nutzen. Innerhalb eines Jahres gab es sodenn auch nicht besonders viele Verkäufe, insgesamt kamen rund 200 US-Dollar an Provision für mich heraus. Wobei zuletzt manche Bilder zum Schleuderpreis verkauft wurden.

Mein Fazit fällt jedenfalls durchwachsen aus. Wer Bilder bei Getty Images verkaufen möchte, sollte es sich zweimal überlegen, ob er dies über eine evtl. Einladung via Flickr machen sollte. Für nur 20% Provision und das nervenaufreibende Auswahlverfahren lohnt meiner Meinung nach der Aufwand nicht. Da ist es wohl besser, sich eine andere Agentur zu suchen. Man kann allerdings auch versuchen, sich direkt bei Getty Images als Fotograf zu bewerben und kann so eventuell bessere Konditionen für sich herausschlagen.

Fairerweise soll aber hier auch erwähnt sein, dass es so manche Fotografen gibt, die über das Flickr Getty Programm gute Einnahmen erzielen können. Ich habe mehr als eine E-Mail von Fotografen bekommen, die damit gute Erfahrungen gemacht haben. Als Landschaftsfotograf kann ich aus meiner persönlichen Sicht das Flickr Getty Programm jedenfalls nicht empfehlen.
Ein weiterer Nachteil kann übrigens auch der Umgang von Getty mit den Bildern der Fotografen selbst sein. So kann man bei Macrostock Blog nachlesen, was Getty und Google gemeinsam ausgeheckt haben und welche Folgen das für einen Fotografen haben kann: Der Getty Google Deal und die Konsequenzen.

 

Mich würden eure Erfahrungen interessieren! Habt ihr schon einmal eine Einladung von Getty bekommen und seid ihr vielleicht selbst beim Programm dabei? Ich freue mich über eure Kommentare!

 

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Kommentare   

 
christian richter
+2 #1 christian richter 2013-11-20 13:19
schöner bericht.


danke das bestätigt meine befürchtungen die ich auch über getty gelesen habe manch einer verdiet gut manch einer schlecht aber fair ist es nie. ich bin bei www.stocksy.com gelandet dort bin ich voll und ganz zu frieden super support und der verdienst ist auch weit weit weit über meinen erwartungen. versuche es doch einmal da kann das nur empfehlen


grüße
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Jan Vogel
0 #2 Jan Vogel 2013-11-22 06:02
Hallo

Darf ich Fragen, wo Sie die Bilder sonst noch anbieten, "wo sie auch ganz sicher genommen werden"?

Mit freundlichen Grüssen,
Jan Vogel
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Thomas
0 #3 Thomas 2013-11-22 09:31
Ich habe meine Bilder bei f1online, dort kann ich mittlerweile recht gut einschätzen welche Bilder genommen werden und welche nicht.

www.f1online.de/de/
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Christian Colista
+1 #4 Christian Colista 2013-12-14 16:59
Also ich habe super Erfahrungen mit Shutterstock gemacht. Is zwar ne Microstock-Agentur, aber ich verkaufe mehrere hundert Fotos im Monat. Kleinvieh macht eben auch Mist ;-)
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Michi
+2 #5 Michi 2014-04-19 14:26
Ich habe meinen Account bei Getty ebenfalls gekündigt. Die Erfahrung die ich dort machte war mehr als schlecht, um nicht gleich von "Verarsche" zu sprechen.

Derzeit verdiene ich das meiste Geld bei der Bildagentur www.exclupics.com

Dort kann ich die Preise für meine Bilder selbst festlegen und bei einer Provision von 50% ist das schon recht fein, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Bild mind. 50€ kostet.

Hierbei muss man aber sagen, dass die Bilder nur mit Exklusivrechten vergeben werden, d. h. jedes Bild kann nur einmal verkauft werden.
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Dirk
+1 #6 Dirk 2014-05-02 07:38
Hallo Thomas,

da ich derzeit darüber nachdenke, nicht beauftragte Fotos zu verkaufen, bin ich hier bei Dir gelandet.
Herzlichen Dank für Deine sehr aufschlussreichen Beiträge zum Thema.

Ansonsten: Coole Seite, sehr gute Fotografie, kommst sehr authentisch rüber.

Grüße
Dirk
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Daniela
0 #7 Daniela 2018-03-07 12:03
Danke für deinen aufschlussreichen Bericht, war gerade kurz davor mich bei Getty zu bewerben....
liebe Grüße aus Venedig
Daniela
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